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Klimaschutz in der Grafschaft Bentheim

Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil Erneuerbarer Energien am Energiebedarf im Landkreis auszubauen und gleichzeitig durch einen sparsameren und effizienteren Energieeinsatz insgesamt den Verbrauch von Energie und damit den Ausstoß von CO2 weiter zu reduzieren. Neben ökologischen Effekten wird mit der Umsetzung energiesparender und klimaschützender Maßnahmen die Abhängigkeit von Energieimporten reduziert und gleichzeitig Wertschöpfung in der Grafschaft Bentheim generiert.

 

Obwohl die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien in der Grafschaft Bentheim bereits deutlich über dem bundesdeutschen und niedersächsischen Durchschnitt liegt, möchte der Landkreis diesen Anteil weiter erhöhen und langfristig (bis zum Jahr 2050) das Ziel einer bilanziellen Energieneutralität anstreben.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis im Jahr 2012 ein integriertes Klimaschutzkonzepts erstellt, das u.a. insgesamt 63 Maßnahmenempfehlungen enthält, um dieses Ziel zu erreichen. Als verantwortliche Umsetzungsinstanz für diese Maßnahmen wurde im Jahr 2014 ein Klimaschutzmanagement bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises eingerichtet.

 

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes und das Klimaschutzmanagement wurden/werden über die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert:

 

Mit der Nationale Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Klimaschutzkonzept

Auf Beschluss des Kreisausschusses hat der Landkreis Grafschaft Bentheim Anfang 2012 die target GmbH aus Hannover mit der Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis beauftragt. Für die Erstellung dieses Klimaschutzkonzeptes hat der Landkreis eine Zuwendung in Höhe von 65 % aus der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung erhalten. Gemäß der dieser Förderung zugrunde liegenden Förderrichtlinie hat das Konzept die folgenden sechs Arbeitsschritte enthalten:
 

  1. Energie- und CO2-Bilanz
  2. Potentialanalyse
  3. Akteursbeteiligung
  4. Maßnahmenkatalog
  5. Controlling-Konzept
  6. Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit

 

Zentrale Ergebnisse der im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes erarbeiteten Energie- und CO2-Bilanzierungen sowie der Klimaschutzszenarien für den Landkreis waren:

 

Der Gesamt-Endenergieverbrauch im Landkreis beläuft sich pro Jahr auf ca. 3.900 GWh. Dieser Verbrauch verteilt sich insbesondere auf die Sektoren Wirtschaft (30 %), private Haushalte (34 %) und Verkehr (35 %). Auf die kommunalen Liegenschaften entfällt lediglich 1% des Endenergieverbrauchs. Aufgrund der Vorbildwirkung und ihrer Bedeutung für die kommunalen Haushalte ist die energetische Optimierung in diesem Sektor jedoch von besonderer Bedeutung. Im Jahr 2010 betrugen die Gesamtausgaben für Energie in der Grafschaft Bentheim etwa € 418 Millionen. Somit ergibt sich eine „pro Kopf-Ausgabe“ in Höhe von etwa 3.100 Euro. Davon verbleiben aktuell nur ca. 15 % im Landkreis (regionale Wertschöpfung), die restlichen Ausgaben werden für Energieimporte aufgewandt. Der Anteil des Stromverbrauchs am gesamten Endenergieverbrauch beträgt im Landkreis 19 %. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Landkreis lag im Jahr 2010 bereits bei über 60 % (der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2010 bei 17 %, das Land Niedersachsen bei 22,7 %). 48 % des Endenergieverbrauchs im Landkreis entfallen auf den Wärmesektor, von denen knapp 8 % durch erneuerbare Energien (vorwiegend über Holzverfeuerung) gedeckt werden. In den privaten Haushalten entfallen auf die Raumwärme und Warmwasserbereitstellung etwa 85 % des Energieverbrauchs. Daraus ergibt sich im Bereich der energetischen Gebäudesanierung ein zentrales Handlungsfeld, sowohl aus klimapolitischer und energetischer Sicht, als auch aus Aspekten der regionalen Wertschöpfung.

 

Der geforderten Akteursbeteiligung folgend und mit dem Ziel, einen möglichst breiten Konsens über die zukünftige klimapolitische Ausrichtung des Landkreises und die umzusetzenden Maßnahmen zu erzielen, sind in einem einjährigen Erarbeitungsprozess neben Politik, Verwaltung und Kommunen weitere Akteure aus Wirtschaft, Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, Energieversorgern, Finanzinstituten, Kammern, Vereinen und Verbänden aktiv eingebunden worden. In einer Auftaktveranstaltung und insgesamt acht Workshops wurden Ideen und Vorschläge für umzusetzende Klimaschutzmaßnahmen diskutiert und zur Umsetzung vorgeschlagen. Die Anregungen aus diesen Workshops aufgreifend und in Abstimmung mit den in den Erarbeitungsprozess eingebundenen Kammern und Verbänden, hat die target GmbH bis Mitte November 2012 einen Katalog mit Maßnahmensteckbriefen erarbeitet, die den folgenden sieben Handlungsfeldern zugeordnet worden sind:
 

  1. Energieeffizienz in Gebäuden
  2. Ausbau erneuerbare Energien
  3. Energieeffizienz in Unternehmen
  4. Klimafreundliche Mobilität
  5. Kommunale Einrichtungen und Verwaltung
  6. Kommunikation und Vernetzung
  7. Organisationsstrukturen und Etablierung als Querschnittsthema

 

Neben einer inhaltlichen Beschreibung der jeweiligen Maßnahme enthalten die Steckbriefe unter anderem jeweils auch Angaben und Empfehlungen zu möglichen Umsetzungsverantwortlichkeiten, zum Kreis der zu Beteiligenden, zu Kosteneinschätzungen und zum zeitlichen Aufwand. Die so erarbeiteten Maßnahmenempfehlungen bilden neben den Analysen und Energie- und CO2-Bilanzierungen sowie den Klimaschutzszenarien und energiepolitischen Leitlinien für den Landkreis Grafschaft Bentheim den wesentlichen Baustein des Klimaschutzkonzeptes.

 

-Klimaschutzkonzept

 

-Handlungsempfelungen

 

Erarbeitungs- und Beteiligungsprozess 2012

Das Klimaschutzkonzept des Landkreises Grafschaft Bentheim wurde unter Einbindung regionaler Entscheidungsträger, Fachleute und Interessengruppen entwickelt.

 

Die Auftaktveranstaltung fand am 21. März 2012 statt:
 

 

Ausgehend von den Ergebnissen der Auftaktveranstaltung wurden mit den Akteuren in insgesamt sechs thematischen Arbeitsgruppen Zielsetzungen und Handlungsansätze für eine Klimaschutzstrategie im Landkreis Grafschaft Bentheim diskutiert.

 

Die Beschäftigung der Arbeitsgruppen innerhalb der sechs Themenbereiche ist nachfolgend dokumentiert.

 

Energetische Gebäudemodernisierung und energieoptimierter Neubau
 

Ausbau der erneuerbaren Energien
 

Klimaschutz in öffentlichen Liegenschaften
 

 

Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen
 

 

Klimaschutz und Tourismus
 

 

Klimafreundliche Mobilität
 

 

Die Abschlussveranstaltung wurde am 5. März 2013 durchgeführt:

 

Klimaschutzmanagement

Stephan Griesehop
Stephan Griesehop

Anfang 2014 hat der Landkreis Grafschaft Bentheim ein im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gefördertes kreisweites Klimaschutzmanagement eingerichtet. Das Klimaschutzmanagement soll dazu beitragen, dass klimaschützende Maßnahmen in der Grafschaft Bentheim umgesetzt werden und kreisweit möglichst sparsam und effizient mit Energie umgegangen wird. Das Klimaschutzmanagement trägt auch die Verantwortung für die schrittweise Umsetzung der im Klimaschutzkonzept erarbeiteten Handlungsempfehlungen.

 

Hintergrund für die Schaffung dieser neuen Koordinierungsstelle ist, dass die vielzitierte Energiewende nur dann erfolgreich gelingen kann, wenn vor Ort energiesparende und klimaschützende Maßnahmen von den Bürgern mitgetragen, aktiv angegangen und realisiert werden.

 

Im Bereich der Wirtschaftsförderung wurde zu diesem Zweck eine auf die Projektlaufzeit von zunächst drei Jahren befristete neue Stelle geschaffen, die zwischenzeitlich um zwei weitere Jahre bis Anfang 2019 verlängert worden ist. Seit dem 1. Februar 2014 ist Stephan Griesehop als Klimaschutzmanager für die Grafschaft Bentheim tätig. Herr Griesehop ist telefonisch unter 05921-962316 und per Email unter stephan.griesehop@grafschaft.de erreichbar.

 

Das Klimaschutzmanagement wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative von 02/2014 bis 01/2017 als Erstvorhaben gefördert. Von 02/2017 bis 01/2019 wird das Klimaschutzmanagement als sogenanntes Anschlussvorhaben ebenfalls im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert:

 

Titel: Klimaschutzmanagement zur Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Grafschaft Bentheim

 

Förderkennzeichen: 03KS5220
Laufzeit: 02/2014 bis 01/2017

 

und

 

Titel: Anschlussvorhaben zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Grafschaft Bentheim

 

 

Förderkennzeichen: 03KS5220 - 1
Laufzeit: 02/2016 bis 01/2019

 

BMUB

 

Projektträger Jülich

 

Mit der Nationale Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Umsetzung ausgewählte Klimaschutzmaßnahme

Um einen Beitrag zur Reduzierung lokalen Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu leisten und um seiner Vorbildfunktion nachzukommen, beabsichtigt der Landkreis Grafschaft Bentheim seinen Fuhrpark sukzessive auf Elektromobilität umzustellen. Erste Elektrofahrzeuge, die bisher jedoch nur ausgewählten Nutzergruppen zur Verfügung standen, sind bereits in den Jahren 2015 (Elektro-Smart für Hausmeisterdienste) und 2016 (BMW i3 für das Klimaschutzmanagement und die Wirtschaftsförderung) in den Fuhrpark integriert worden.

 

Im Jahr 2019 hat der Landkreis Grafschaft Bentheim die im Zuge der Nationalen Klimaschutzinitiative für das Klimaschutzmanagement des Landkreises zur Verfügung stehende "Ausgewählte Klimaschutzmaßnahme" genutzt, um eines der ältesten und klimaschädlichsten Fahrzeuge des Landkreises (einen VW Caravelle aus dem Jahr 2009) durch einen neuen e-Golf zu ersetzen und die erforderliche Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage des Landkreises zu installieren. Seit  Mai 2019 steht dieses neue E-Fahrzeug allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landkreises für Dienstfahrten zur Verfügung.

 

Da das Fahrzeug voraussichtlich nahezu ausschließlich über die installierte Ladevorrichtung in der Landkreisgarage geladen wird und der Landkreis bereits seit dem Jahr 2016 seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus Ökostrom bezieht, werden durch die Nutzung des E-Fahrzeuges bei einer kalkulierten jährlichen Fahrleistung von 15.000 km im Vergleich zum Altfahrzeug über 3 Tonnen CO2 eingespart. Daneben stellt das Fahrzeug für viele hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Möglichkeit dar, erstmalig ein E-Fahrzeug für dienstliche Fahrten nutzen zu können, sodass ein positiver Multiplikatoreffekt im Sinne der Förderung der Elektromobilität erwartet werden kann.

 

Die "Umstellung des Fuhrparks des Landkreises Grafschaft Bentheim auf elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur“ wurde als "Ausgewählte Klimaschutzmaßnahme" im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert:

 

Titel: KSI: Ausgewählte Klimaschutzmaßnahme – Umstellung des Fuhrparks des Landkreises Grafschaft Bentheim auf elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur“

 

Förderkennzeichen: 03KS5220M

 

Projektlaufzeit: 01.06.2018 bis 31.05.2019

 

Nationale Klimaschutzinitiative

 

Projektträger Jülich

 

Mit der Nationale Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Steht für CO2-freie Dienstfahrten zur Verfügung: der neue e-Golf des Landkreises
Das neue Elektrofahrzeug des Landkreises

 

Einfache Aufladung über die neue Wallbox
Einfache Aufladung über die neue Wallbox

Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im Landkreis Grafschaft Bentheim

In der Grafschaft Bentheim werden bilanziell bereits über 80 % des verbrauchten Stroms durch im Landkreis erzeugte erneuerbare Energien geliefert. Einen Überblick, wo welche Anlagen stehen, liefert der Grafschafter Atlas. In diesem Atlas sind die großen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im Landkreis verzeichnet. So enthält der Grafschafter Atlas Informationen zu allen Biogasanlagen, zu den großen Windkraftanlagen und -parks sowie zu den Solarparks in der Grafschaft.

 

Die Karte zu den erneuerbaren Energie im Landkreis kann hier gefunden werden. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Anlagen können in der Karte durch Klick auf das jeweilige Symbol abgerufen werden.