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Klimaschutzprojekte

Ob durch die private Wirtschaft oder die öffentliche Hand initiiert, ob durch das Engagement einzelner oder breite gesellschaftliche Bewegungen: in der Grafschaft Bentheim wird an vielen Stellen aktiver Klimaschutz betrieben.

 

Einen Überblick über diese vielfältigen Aktivitäten geben die weiter unten abgebildeten Tabs, in denen 24 gänzlich verschiedene vorbildliche Klimaschutzmaßnahmen im gesamten Landkreis vorgestellt werden. Die Projekte zeigen auf, wie vielfältig Klimaschutz in der Grafschaft ist und welche großen auch ökonomischen Chancen in der konsequenten Umsetzung der Energiewende und einer nachhaltig ausgerichteten Klimapolitik liegen.

 

Neben den mit den Projekten erzielten konkreten Treibhausgaseinsparungen und Klimaschutzeffekten sollen die vorgestellten Projekte Anregungen für die Umsetzung weiterer Klimaschutzmaßnahmen geben. Denn die globalen Klimaschutzziele können nur erreicht werden, wenn Klimaschutzmaßnahmen auf breite gesellschaftliche und politische Zustimmung stoßen und Klimaschutz aktiv vor Ort gelebt und umgesetzt wird.

 

Alle hier vorgestellten 24 Maßnahmen sind zusätzlich vor-Ort mit Informationstafeln ausgeschildert. Die Ausschilderung der Objekte wurde über LEADER-Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert.

 

Eine Übersicht über alle Projekte gibt die folgende Karte. Detailierte Informationen zu den Projekten finden Sie mit Klick auf das Projekt in der linken Reiterleiste und außerdem in der zusammenfassenden Broschüre, die kostenlos beim Klimaschutzmanagement des Landkreises bestellt werden kann (Tel.: 05921-962300). 

 

 

 

Übersichtskarte Klimaschutz-Projekte
Übersichtskarte Klimaschutz-Projekte

 

 

1. Repowering im Windpark Emlichheim

Windpark Emlichheim
Windpark Emlichheim

 

ERSATZ VON ALTANLAGEN DURCH LEISTUNGSFÄHIGERE NEUANLAGEN

 

Im Dezember 2000 ist der Windpark Emlichheim mit insgesamt 21 Windenergieanlagen des Typs Tacke TW 1,5s in Betrieb gegangen. Die Anlagen verteilten sich auf die beiden Standorte Emlichheim-Nord (10 Anlagen) und Emlichheim-Süd (11 Anlagen). Alle 21 Anlagen hatten jeweils eine Nabenhöhe von 85 m, einen Rotordurchmesser von 70,5 m und eine Nennleistung von je 1,5 MW, sodass die Gesamtleistung des Windparks Emlichheim mit seinen beiden Teilbereichen zunächst bei 31,5 MW lag.

 

Im Rahmen eines sogenannten Repowering-Vorhabens wurde im Jahr 2017 mit dem Rückbau der ersten Altanlagen begonnen. Nach Abschluss dieses Rückbaus blieben nur vier alte Windenergieanlagen bestehen. Die zurückgebauten Anlagen wurden bis Ende 2018 durch zwölf neue Windenergieanlagen des Auricher Herstellers Enercon mit einer Nabenhöhe von 149 m, einem Rotordurchmesser von 115,7 m einer Nennleistung von 3,0 MW ersetzt, sodass seit Abschluss des Repowerings der Windpark mit seinen zwei Parkteilen nur noch aus 16 Windenergieanlagen besteht, die mit einer Nennleistung von insgesamt 42 MW aber deutlich mehr sauberen Strom produzieren als die 21 Anlagen des ursprünglichen Windparks.

 

Die neu errichteten Windenergieanlagen des Typs ENERCON E115 sind für windschwächere Binnenlandstandorte ausgelegt. Das ergibt sich vor allem aus dem hohen Verhältnis von Rotordurchmesser und Nennleistung. Die Errichtung der zwölf Anlagen erfolgte auf Hybridtürmen, wobei der untere Teil aus Betonfertigteilen und der obere aus rundgeschweißten Stahlsegmenten besteht. Diese Türme gründen auf einem Ringfundament, das als Hohlkörper ausgebildet ist. Von den insgesamt zwölf errichteten Neuanlagen mussten aufgrund der vorherrschenden Bodenbeschaffenheit die Fundamente von zehn Anlagen mit Pfahlgründung verankert werden.

 

Die vier verbliebenen Bestandsanlagen der Firma Tacke (jeweils zwei in den Parkteilen Emlichheim-Süd und Emlichheim-Nord) sollen voraussichtlich bis Ende des Jahres 2020 weiter betrieben werden und anschließend ebenfalls zurückgebaut werden. Kalkuliert wird, dass der gesamte Windpark ab dem ersten vollen Betriebsjahr rund 112 GWh pro Jahr in das Stromnetz einspeisen wird.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Hersteller: Enercon

• Nabenhöhe: 149 m

• Rotordurchmesser: 115,7 m

• Nennleistung: 3,0 MW

• Nennleistung der 16 Windenergieanlagen: 42 MW

• Kalkulierter Stromertrag ab dem ersten vollen Betriebsjahr: ca. 112 GWh pro Jahr

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Neuere Windkraftanlagen sind in der Regel wesentlich höher, erreichen stabilere Windschichten und liefern daher einen deutlich höheren Stromertrag als ältere Anlagen.

 

• Daher reduziert sich bei Repowering-Projekten zumeist die Anzahl der Anlagen bei gleichzeitiger Zunahme des Ertrages.

 

• Neue Windkraftanlagen laufen aufgrund des größeren Rotordurchmessers mit geringerer Drehzahl und damit ruhiger.

 

• Durch eine verbesserte Flügel-Aerodynamik und Geometrie sind neue Anlagen leiser.

 

ADRESSE

 

REPOWERING IM WINDPARK EMLICHHEIM

Geersdiek, 49824 Laar und

Aatalstraße, 49824 Laar

 

2. Bioenergiekraftwerk

Bioenergiekraftwerk Emlichheim
Bioenergiekraftwerk Emlichheim

 

STROM UMD WÄRME AUS STROH

 

Das BEKW Bioenergiekraftwerk Emsland stellt das erste mit Stroh befeuerte Heizkraftwerk Deutschlands mit einer Feuerungswärmeleistung von 49,8 MW und einem hocheffizienten Wärmekonzept dar. Im Emlichheimer Kraftwerk mit seinem jährlichen Strohbedarf von ca. 75.000 Tonnen kann Stroh sämtlicher Getreidearten, Ölsaaten und Körnerleguminosen verfeuert werden.

 

Stroh ist ein idealer Energieträger. Es muss nicht extra angebaut werden, sondern fällt als landwirtschaftliches Nebenprodukt an. Stroh ist damit als nachwachsende Biomasse eine nachhaltige Option zu fossilen Brennstoffen. Neben der umweltfreundlichen CO2-Bilanz bietet die Nutzung von Stroh auch der regionalen Landwirtschaft eine sichere und langfristige Absatzmöglichkeit dieses Nebenproduktes.

 

Das Strohheizkraftwerk zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung basiert auf dem klassischen „Rankine-Prinzip“, welches durch die Erzeugung von Dampf in einer Kesselanlage und dessen Entspannung in einer Turbine zur Erzeugung von elektrischem Strom gekennzeichnet ist. Somit ist das Strohheizkraftwerk mit seiner vorgelagerten Strohlogistik, der eigentlichen Strohfeuerungs- und Dampferzeugungstechnik sowie den nachgelagerten Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung weitgehend mit dem Aufbau eines konventionellen Kraftwerkes identisch.

 

Einen Kernpunkt des Kraftwerks bildet die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme ist die effizienteste Form der Primärenergienutzung. Das Bioenergiekraftwerk erzielt einen Energienutzungsgrad von bis zu 90 % und ist darüber hinaus flexibel, in welchem Verhältnis Strom und Wärme produziert werden.

 

Davon profitieren auch alle Abnehmer - Industrieunternehmen wie die Emsland-Stärke GmbH durch die Bereitstellung von Prozessdampf für energieintensive Produktionsprozesse, die öffentliche Stromversorgung durch die Einspeisung elektrischer Energie und öffentliche Einrichtungen sowie Privathaushalte durch die Einspeisung von Heizwärme indas Nahwärmenetz, an das ca. 400 Emlichheimer Haushalte sowie öffentliche Gebäude wie bspw. Schulen oder Gemeindeeinrichtungen angeschlossen sind.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Strohbedarf: ca. 75.000 Tonnen im Jahr

• Feuerungswärmeleistung: 49,8 MW

• Dampftemperatur: ca. 520 Grad Celsius

• elektr. Nennleistung Generator: ca. 12 MW

• Nettostromerzeugung: ca. 45.000 MWh im Jahr

• Prozessdampfbereitstellung: ca. 115.000 MWh im Jahr

• (Nah-)Wärmebereitstellung: ca. 45.000 MWh im Jahr

• Betreiber: BEKW Bioenergiekraftwerk, Emsland GmbH & Co. KG, Emlichheim

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Durch den Betrieb des Stroheizkraftwerkes werden jährlich bis zu 100.000 Tonnen klimaschädliches CO2-Äquivalent vermieden.

 

• Stroh ist als nachwachsende Biomasse eine nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen.

 

• Durch Kraft-Wärme-Kopplung erzielt das Kraftwerk einen Energienutzungsgrad von bis zu 90 %.

 

• Über ein Fernwärmenetz versorgt das Kraftwerk ca. 400 Emlichheimer Haushalte mit Heizwärme.

 

ADRESSE

 

BIOENERGIEKRAFTWERK

Neuerostraße 5

49824 Emlichheim

3. Holzheizkraftwerk

Holzheizkraftwerk Emlichheim
Holzheizkraftwerk Emlichheim

 

GRÜNER STROM DURCH HOLZHEIZKRAFT

 

Seit 2006 werden in Emlichheim grüner Strom und Prozesswärme durch die Verbrennung von Altholz erzeugt. Dies geschieht CO2-neutral, da das Holz erst nach mehrfacher Nutzung in der Holz-, Bau- oder Möbelindustrie seiner letzten Verwendung zugeführt wird, der energetischen Nutzung.

 

Im Kraftwerk werden Altholzhackschnitzel verfeuert, die zuvor per LKW angeliefert und zwischengelagert werden. Die Verfeuerung findet unter Einsatz einer sogenannten „zirkulierenden Wirbelschichttechnologie“ statt. Bei der Verbrennung in der zirkulierenden Wirbelschicht werden der Brennstoff und das Bettmaterial (Quarzsand und Asche) durch den Düsenboden von unten mit Primärluft angeströmt, aufgelockert und vom vertikalen Gasstrom fast vollständig mitgerissen.

 

Der Brennstoffanteil bezogen auf die Gesamtmenge des rezirkulierenden Materials beträgt ca. 5 %. Die gleichmäßige Verbrennung erfolgt während der Aufwärtsbewegung bei einer durchschnittlichen Temperatur von 850 °C - 900 °C. Die heißen Rauchgase und die mitgeführten Partikel durchströmen anschließend die Heißgaszyklone, in denen mithilfe der Zentrifugalkraft die groben Bestandteile vom Rauchgas getrennt und erneut der Brennkammer zugeführt werden. Die Wärmeenergie aus dem Brennstoff wird zur Produktion von Heißdampf (520 °C, 90 bar) genutzt.

 

Der Einsatz der zirkulierenden Wirbelschichttechnologie macht die Verbrennung weitaus umweltfreundlicher und effektiver als die Verfeuerung von naturbelassenen Hölzern in privaten Kleinfeuerungsanlagen. Der im Wirbelschichtkessel erzeugte Dampf wird im Dampfturbosatz zur Erzeugung von ca. 20 MW elektrischen Strom genutzt. Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Hochspannungsnetz eingespeist und versorgt ca. 50.000 Haushalte mit umweltfreundlich erzeugtem Strom.

 

Durch Kraft-Wärme-Kopplung wird neben der Stromerzeugung auch die Versorgung der Produktionsprozesse der Emsland-Stärke GmbH mit Prozessdampf sichergestellt.

 

Wirkungsweise eines Holzheizkraftwerkes
Wirkungsweise eines Holzheizkraftwerkes

 

DATEN & FAKTEN

 

• Regelbrennstoff: Altholz der Klassen A1 bis A4

• Brennstoffmenge: ca. 180.000 Tonnen im Jahr (ca. 22. Tonnen pro Std.)

• Feuerungswärmeleistung: 75 MW

• Kesselwirkungsgrad: 92 %

• Dampftemperatur: ca. 520 Grad Celsius

• Thermische Auskopplung Prozessdampf: 20 MW

• Elektrische Leistung: 20 MW

• Elektrische Jahresleistung: 155.000 MWh

• Gesamtwirkungsgrad: bis zu 51 % (Verstromung und Dampfauskopplung)

• Betreiber: EBE Holzheizkraftwerk GmbH; Aurich

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Seit 2006 wird in Emlichheim grüner Strom und Prozesswärme durch die Verbrennung von Altholz erzeugt. Dies geschieht CO2-neutral, da das Holz erst nach mehrfacher Nutzung in der Holz-, Bau- oder Möbelindustrie seiner letzten Verwendung zugeführt wird.

 

• Der produzierte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und versorgt ca. 50.000 Haushalte mit umweltfreundlich erzeugtem Strom. Durch Kraft-Wärme-Kopplung wird neben der Stromerzeugung auch die Versorgung der Produktionsprozesse der Emsland-Stärke GmbH mit Prozessdampf sichergestellt.

 

 

ADRESSE

 

HOLZHEIZKRAFTWERK

Neuerosstraße 8

49824 Emlichheim

4. Wiedervernässung von Moorflächen

Moorfläche Hoogstede
Moorfläche Hoogstede

 

DAS ÖKOSYSTEM MOOR

 

Moore sind Ökosysteme, in denen durch Niederschläge, Grundwasserzufluss, Oberflächen- oder Quellwasser der Boden permanent wassergesättigt ist. Abgestorbenes organisches Material kann aufgrund von Sauerstoffmangel daher nicht, oder nur unvollständig abgebaut werden. Die Produktion organischer Substanz

verläuft folglich schneller als deren Abbau. Auf diese Weise entsteht Torf (Anteil organischer Substanz > 30 %), der mit der Zeit an Mächtigkeit zunimmt und die Grundlage der Moore bildet. Das von den abgestorbenen Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommene Kohlendioxid (CO2) wird dabei im Torf gespeichert.

 

Die noch bestehenden Moorflächen in der Grafschaft Bentheim wie z. B. das Georgsdorfer Moor gehörten einst zum großen, grenzübergreifenden Bourtanger Moor, das mit 1.200 km² zu den größten zusammenhängenden Hochmooren in Mitteleuropa zählte.

 

Während das Moor für den Menschen lange Zeit als unnützes Ödland galt, wurden mit dem wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln und Brennstoffen seit Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend große Moorflächen entwässert, abgebaut und einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Auch große Teile des Bourtanger Moores wurden im Zuge des „Emslandplanes“ ab 1950 kultiviert.

 

Werden jedoch Moore entwässert, gelangt Luft in den Moorkörper, wodurch der Torf mineralisiert und neben dem ehemals gespeicherten CO2 zusätzlich auch Lachgas in die Atmosphäre entweicht, das eine vielfach höhere klimaschädliche Wirkung als CO2 hat. Durch die Wiedervernässung von Moorflächen wird dieser Entwicklung entgegengewirkt. Obwohl im Georgsdorfer Moor aufgrund „alter Genehmigungen“ aktuell noch Torf abgebaut wird, werden mittlerweile die meisten abgetorften Flächen einer naturschutzfachlichen Folgenutzung zugeführt und durch die staatliche Moorverwaltung wiedervernässt. Neben den positiven Klimaschutzeffekten werden durch die Wiedervernässung Lebensräume für gefährdete heimische Pflanzen- und Tierarten geschaffen.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Etwa 73 % der deutschen Hochmoore und 18 % der Niedermoore liegen in Niedersachsen. Sie bedecken rund 8 % der Landesfläche, also 3.800 km2. Davon werden 70 % landwirtschaftlich genutzt.

 

• Das Georgsdorfer Moor ist ein Hochmoor, das heißt es wird nicht durch Grundwasser oder seitlich zufließendes Wasser gespeist, sondern ausschließlich durch nährstoffarmes Regenwasser.

 

• Im Georgsdorfer Moor werden bereits seit ca. dem Jahr 2000 umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt.

 

• Das Georgsdorfer Moor bildet mit dem Dalum-Wietmarscher Moor ein EU-Vogelschutzgebiet. Die wertbestimmenden Arten sind Goldregenpfeifer, Großer Brachvogel, Kiebitz, Krickente und Rotschenkel.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Lebende Moore entziehen der Atmosphäre weltweit jedes Jahr 150 - 250 Mio. Tonnen Kohlendioxid (CO2) und wirken damit als Kohlenstoffsenke.

 

• Moore machen nur drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber doppelt so viel CO2 wie alle Wälder der Erde zusammen.

 

• Für Deutschland wird davon ausgegangen, dass in Mooren genau so viel Kohlenstoff gespeichert ist wie in Wäldern, obwohl Moore nur 4 % der deutschen Landfläche bedecken und Wälder ca. 30 %.

 

• Moorflächen tragen aufgrund ihrer großen Wasserspeicherfähigkeit zur Verbesserung des Lokalklimas bei. Gerade bei besonders trockenen und warmen Wetterlagen wirkt die permanente Verdunstung von Wasser kühlend auf die Atmosphäre.

 

• Durch gezielte Wiedervernässung eines Moorstandorts ist eine Reduzierung der jährlichen Treibhausgasemissionen von 4 - 15,5 Tonnen CO2-Äquivalente je Hektar möglich.

 

ADRESSE

 

WIEDERVERNÄSSUNG VON MOORFLÄCHEN

Bathorner Siedlung

49846 Hoogstede

5. Solarpark Georgsdorf

Solarpark Georgsdorf
Solarpark Georgsdorf

 

SOLARENERGIE - WIE FUNKTIONIERT DAS?

 

Mit der Kraft der Sonne lässt sich sowohl Strom (Photovoltaik) als auch Wärme (Thermie) erzeugen. Im Solarpark Georgsdorf wird das Sonnenlicht in über 100.000 Solarmodulen in Strom umgewandelt. Mehrere Wechselrichter wandeln dann den so erzeugten Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) mit der üblichen Frequenz (50 Hz) um. So kann der Strom über Trafostationen anschließend in das regionale Stromnetz eingespeist werden; dies geschieht in der Regel auf der 20-Kilovolt-Ebene. Der Anlagenbetreiber, in diesem Fall die LHI Solar Georgsdorf GmbH & Co. KG, erhält für den produzierten Strom vom Netzbetreiber eine feste Vergütung – 20 Jahre lang. Der Netzbetreiber lässt den Solarstrom in seinen großen „Stromsee“ fließen und verkauft diesen Mix wiederum an seine Kunden. Physikalisch ist dem Strom das allerdings egal – er fließt immer den kürzesten Weg. Das heißt konkret: Wer in der Nähe des Solarparks wohnt, bekommt immer auch ein bisschen vom umweltfreundlichen Solarstrom ab – ganz unabhängig vom Strommix seines Stromanbieters.

 

Zwei vielleicht überraschende Fakten:

 

• Solarstrom gibt es auch bei bewölktem Himmel; entscheidend für die Aktivierung der Elektronen in den Solarzellen (die in den Solarmodulen sitzen) ist vor allem das Sonnenlicht, nicht allein die direkte Sonneneinstrahlung. Je nach Einfallwinkel und Verdeckung der Sonnenstrahlen schwankt dann entsprechend die Leistung des Solarparks.

 

• Nach ein bis drei Jahren hat der Solarpark mehr Energie erzeugt als für seine Herstellung, Montage und abschließende Entsorgung benötigt wird. Der genaue Wert hängt von den Ertragswerten am konkreten Standort auf der einen Seite sowie den verbauten Komponenten (vor allem der Art der Solarmodule) auf der anderen Seite ab.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Gesamtanzahl der Solarmodule: 106.304

• Anzahl Modultische: 2.416 (mit je 44 Modulen)

• Modulfläche: 170.100 m2

• Nennleistung: 24.715 kWp

• Inbetriebnahme: Dezember 2011 (damals größter Solarpark Niedersachsens)

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Prognostizierter Ertrag: ca.23,6 Mio. kWh pro Jahr (dies entspricht dem Verbrauch von ca. 6.000 4-Personen-Haushalten)

• Vermiedene Schadstoffe: 13.700 t Kohlendioxid (CO2) pro Jahr

 

ADRESSE

 

SOLARPARK GEORGSDORF

Adorfer Straße

49828 Georgsdorf

6. Klimaschonende Deponiegasbehandlung

Deponiegasanlage Wilsum
Deponiegasanlage Wilsum

 

AUF DER ZENTRALDEPONIE WILSUM

 

Wie oder warum entsteht überhaupt Deponiegas, woraus besteht es und was macht man damit auf dem Deponiestandort in Wilsum?

 

Die Entstehung von Deponiegas im Müllkörper ist in der Hauptsache auf bakteriologische und chemische Abbauprozesse der organischen Bestandteile im Müll selbst zurückzuführen. Es besteht hauptsächlich aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2), wobei die genaue chemische Zusammensetzung abhängig von verschiedenen Faktoren ist wie beispielsweise den deponierten Materialien, der Art der Aufschüttung und auch dem Alter der Deponie. Wie viel Gas produziert wird, hängt wiederum von der Art des eingelagerten Materials, der Menge dieses Materials, der Dauer der Einlagerung, dem Wasserhaushalt im Deponiekörper und den äußeren klimatischen Verhältnissen ab.

 

In Verbindung mit Luftsauerstoff kann das im Deponiegas enthaltene Methan ein zündfähiges Gemisch ergeben. In ausreichender Konzentration eingeatmet, kann es sogar zum Erstickungstod führen. Generell ist es als klimaschädliches Gas eingestuft. Es wird deshalb auf der Deponie in Wilsum über Horizontalbrunnen gefasst und über vier Gasunterstationen abgesaugt.

 

In der Vergangenheit wurde die anfallende Gasmenge energetisch verwertet und für den Stromgebrauch nutzbar gemacht. Heute ist die Menge jedoch so gering, dass eine Nutzung zur Strom- oder Wärmeproduktion nicht mehr wirtschaftlich darstellbar ist. Um dennoch eine klimaschonende Beseitigung des “Schwachgases“ zu gewährleisten, wird es über eine Fackel der Verbrennung zugeführt.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Bauzeit Deponie: 1985-88

• Ablagerungsfläche: 11ha

• Gesamtfläche: 24 ha

• Bis 2018 abgelagerte Menge: 1.47 Mio. m3

• Restkapazität 2018: 1,1 Mio. m3

• Die Deponie verfügt über ein „doppelt gesichertes“ Basis- und Oberflächenabdichtungssystem.

• Das Dichtungssystem schützt das Grundwasser vor Sickerwasser und die Atmosphäre vor klimaschädlichen Methangasen.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

Warum ist die Verbrennung des Deponiegases klimaschonender als es z. B. unbehandelt in die Atmosphäre entweichen zu lassen?

 

Bei der Verbrennung von Deponiegas wird das Methan zu 1/3 in Kohlendioxid (CO2) und zu 2/3 in Wasser (H2O)umgewandelt. Die Klimawirkung eines Kilogramms Methan ist, über 100 Jahre betrachtet, 21-mal so stark wie die eines Kilogramms Kohlendioxid. Durch die Verbrennung des Deponiegases wird deshalb eine Reduzierung des Treibhauseffektes erreicht.

 

ADRESSE

 

KLIMASCHONENDE DEPONIEGASBEHANDLUNG

Kiesstraße 4

49849 Wilsum

7. Windpark Gölenkamp-Wilsum

Windpark Gölenkamp-Wilsum
Windpark Gölenkamp-Wilsum

 

SAUBERER STROM AUS WINDENERGIE

 

Seit Jahrhunderten hat sich der Mensch den Wind durch den Bau von Windmühlen zu Nutzen gemacht. So konnten die Menschen den Wind direkt vor Ort zum Betrieb von Maschinen nutzen. Mit ihrer Hilfe wurde Korn zu Mehl gemahlen, Grundwasser an die Erdoberfläche gefördert oder Sägewerke betrieben.

 

Heute werden die Windmühlen auch Windenergieanlagen genannt. Sie werden ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt. Strom aus Windenergie ist die größte „grüne“ Stromquelle in Deutschland. So stammten bereits im Jahr 2018 über 20 % des in Deutschland erzeugten Stroms aus Windkraftanlagen.

 

Das grundsätzliche Prinzip der Windkraftanlagen ist dabei ganz einfach: Durch den Wind werden die Flügel in Bewegung gesetzt. Die vom Wind angetriebenen Flügel setzen unmittelbar einen Generator in Gang. Der Generator wandelt die Kraft des Windes (kinetische Energie) in Strom (elektrische Energie) um. Der Strom wird dann in das Stromnetz geleitet. Dieser Vorgang wird „Einspeisung“ genannt. Über das Stromnetz kommt die Windenergie in die Häuser und Fabriken und somit zu den Verbrauchern.

 

Die Windenergie gehört zu den sogenannten „Erneuerbaren Energien“ und soll zukünftig die Stromerzeugung aus Atom- und Kohlekraftwerken ersetzen. Dieser Prozess wird als „Energiewende“ bezeichnet.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Der Windpark Gölenkamp-Wilsum ist über die Jahre mehrfach erweitert worden.

• Die ersten zehn Anlagen sind 2001 errichtet worden. Diese Anlagen vom Typ Enercon E-70 haben eine Gesamtleistung von 18 MW und produzieren jährlich 33,2 Mio. kWh Strom.

• 2010 sind fünf weitere Anlagen (Typ: Enercon E-82) mit einer Gesamtleistung von 11,5 MW hinzugekommen.

• Eine weitere Anlage (Typ: Enercon E-92) mit 2,3 MW Leistung wurde 2015 errichtet.

• Die sechs Anlagen aus den Jahren 2010 und 2015 produzieren zusammen jährlich 32,6 Mio. kWh Strom.

• Die zwei neuesten und größten Anlagen des Windparks vom Typ Enercon E-115 wurden 2017 errichtet und produzieren jährlich 18 Mio. kWh Strom.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• In der Summe produzieren die 18 Windkraftanlagen im Windpark Gölenkamp-Wilsum ca. 83,8 Mio. kWh Strom im Jahr.

• Mit dieser Strommenge können ca. 24.000 Haushalte ein Jahr lang mit grünen Strom versorgt werden.

 

ADRESSE

 

WINDPARK GÖLENKAMP-WILSUM

Am Stahlbrink

49843 Gölenkamp

8. Schulwald Uelsen

Schulwald Uelsen
Schulwald Uelsen

 

CO2-BINDUNG DURCH AUFFORSTUNG

 

Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat im Jahr 1999 die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim als eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit dem Ziel gegründet, den Natur- und Landschaftsschutz im Landkreis Grafschaft Bentheim zu fördern. Gestartet mit ca. 20 ha Fläche als Grundvermögen, verwaltet die Naturschutzstiftung heute ca. 1.300 ha im gesamten Landkreis. Mit den Flächen der Stiftung sollen u. a. ökologische Kompensationsmaßnahmen zielgerecht angelegt und möglichst durch ein Biotopverbundsystem miteinander verknüpft werden.

 

Außerdem ist es Ziel der Stiftung den Natur- und Umweltschutz in der Grafschaft zu fördern. Daher stellt die Naturschutzstiftung auch Flächen für Schulwälder zur Verfügung, die zusammen mit der „Stiftung Zukunft Wald“ und lokalen Schulen angelegt werden. Der 2015 in Kooperation mit der Grundschule Uelsen und der Oberschule Uelsen entstandene Schulwald in der Samtgemeinde Uelsen ist der dritte in der Grafschaft angelegte Schulwald. Vorher konnten zusammen mit der Realschule Bad Bentheim ein 1,5 ha großer Schulwald in der Gemeinde Quendorf und ein 0,7 ha großer Schulwald in der Gemeinde Laar (in Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern der Grundschule Laar, des Gymnasiums an der Vechte in Emlichheim und der Basisschool „De akker“ aus dem benachbarten Gramsbergen in den Niederlanden) angelegt werden. Letzterer ist damit auch der erste länderübergreifende Schulwald seiner Art. Weitere Schulwälder folgten in Nordhorn, Schüttorf und im Bad Bentheimer Ortsteil Bardel.

 

Mit der Anlage von Schulwäldern sollen insbesondere junge Menschen für Natur- und Klimaschutzbelange sensibilisiert und begeistert werden. Schüler und Lehrkräfte können dieses Projekt nutzen, um die Zusammenhänge im Ökosystem zu verstehen und die im Wald lebenden Tiere und Pflanzen besser kennenzulernen.

 

Insgesamt sind seit dem Projektstart im Jahr 2013 in den mittlerweile sechs Grafschafter Schulwäldern mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler beim Anlegen und Pflegen der Wälder beteiligt gewesen.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Der erste Schulwald in der Grafschaft Bentheim wurde 2013 angelegt

• Bis zum Jahr 2018 stieg die Zahl der Schulwälder auf sechs

• Gesamte Schulwaldfläche im Landkreis Grafschaft Bentheim: ca. 10 ha (2018)

• Der Schulwald Uelsen wurde im Herbst 2015 auf einer Fläche von 0,7 ha angelegt.

• Anzahl gepflanzter Gehölze: ca. 2.300 Bäume und 750 Sträucher

• 16 verschiedene Baumarten und 12 Straucharten

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• CO2-Bindung: Grob geschätzt kann von einer Speicherfähigkeit von jährlich ca. 10 bis 13 Tonnen CO2 je ha Wald ausgegangen werden. Demnach könnten die Schulwälder in der Grafschaft Bentheim mit einer Fläche von ca. 10 ha in 30 Jahren bis zu 3.900 Tonnen CO2 speichern.

• Verbesserung des Lokalklimas: Das Waldklima ist durch eine geringere Sonneneinstrahlung und eine höhere Luftfeuchtigkeit geprägt.

• Filterfunktion: Wälder filtern über die Blattoberflächen Stäube, Gase und weitere Schadstoffe aus der Luft.

• Wasser- und Bodenschutz: Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter Wasser. Gleichzeitig wird der Boden durch das Wurzelgeflecht der Bäume festgehalten.

• Wissensvermittlung: Den Schulwald können die Schüler und Lehrkräfte nutzen, um die Zusammenhänge im Ökosystem zu verstehen und die im Wald lebenden Tiere und Pflanzen besser kennenzulernen.

 

ADRESSE

 

SCHULWALD UELSEN

Zur Kläranlage

49843 Uelsen

9. BHKW am Dinkelbad Neuenhaus

BHWK Dinkelbad Neuenhaus
BHWK Dinkelbad Neuenhaus

 

DAS BLOCKHEIZKRAFTWERK IM SCHWIMMBAD

 

Das Dinkelbad Neuenhaus wird größtenteils mit einem Brennwert- Blockheizkraftwerk betrieben. Ein hoher Bedarf an Energie für die Erwärmung des Beckenwassers und der Duschen sowie an Strom für die Beleuchtung, die Lüftungsanlagen und die Heizungsanlage bieten gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Blockheizkraftwerks (BHKW) im Dinkelbad. Gerade deshalb ist das Dinkelbad ein perfekter Anwendungsfall für ein BHKW.

 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken wird beim BHKW parallel zur Stromerzeugung die anfallende Wärme genutzt und so wertvolle Primärenergie eingespart. Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist somit eine besonders umweltschonende und zudem wirtschaftliche Alternative gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme.

 

Im Inneren des BHKW treibt ein Verbrennungsmotor (in diesem Fall ein wassergekühlter 4-Zylinder Otto-Reihenmotor) einen Generator an, der die mechanische Energie in Strom umwandelt. Der produzierte Strom wird komplett im Dinkelbad verbraucht und dient dazu, die Kosten für den Betrieb des Bades zu reduzieren. Die im Motor entstehende Abwärme wird über Wärmetauscher zur Warmwasseraufbereitung und Gebäudeheizung genutzt. Bei Spitzenbedarf wird ergänzend ein konventioneller Heizkessel eingesetzt.

 

Das Einsparpotenzial dieser KWK-Anlage gegenüber einer getrennten Energieversorgung beträgt bis zu 40 %. Entsprechend fallen die Treibhausgasemissionen um ca. 30 - 50 % niedriger aus, da die bei herkömmlicher Stromerzeugung anfallenden Abwärmeverluste vermieden werden. Dank des BHKW reduziert sich der Anteil der Energieverluste auf ein Minimum.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Baujahr:                                         2010

• Brennstoff:                                     Erdgas

• Installierte elektrische Leistung:        34 kW

• Installierte thermische Leistung:        78 kW

• Typ:                                               Mephisto G34

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Vermeidung von Abwärmeverlusten gegenüber konventioneller Stromerzeugung

• Reduzierung der Treibhausgasemissionen um bis zu 50 %

 

ADRESSE

 

BHKW DINKELBAD NEUENHAUS

Bosthorst 16

49828 Neuenhaus

10. LED-Straßenbeleuchtung in Lage

LED-Straßenbeleuchtung Lage
LED-Straßenbeleuchtung Lage

 

ENERGIEEFFIZIENTE BELEUCHTUNG IN DER GEMEINDE LAGE

 

Die LED-Lampen gelten als neue Standard-Technik, wenn es um Beleuchtung geht, denn sie sind energiesparender und produzieren dennoch ausreichend Licht.

 

Daher entscheiden sich immer mehr Kommunen ihre Straßenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik umzustellen. So auch die Gemeinde Lage, in der bereits seit dem Jahr 2015 insgesamt 125 LED-Straßenlampen für Helligkeit und Sicherheit sorgen. Zusammen mit einer parallel eingeführten Nachtabschaltung der Beleuchtung spart die Gemeinde seitdem nicht nur erhebliche Beleuchtungskosten, sondern hat auch ihren Energieverbrauch und damit den klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoß (CO2-Ausstoß) deutlich reduziert.

 

So hatte vor der Umstellung jede Straßenlampe eine durchschnittliche Leistung von knapp 120 Watt. Dies bedeutete im Jahr 2014 einen Stromverbrauch von ca. 67.000 kWh. Nach der Umstellung beträgt die durchschnittliche Leistung der 125 Lampen nur noch 42 Watt. Entsprechend lag der Stromverbrauch im Jahr 2016 nur noch bei knapp 14.000 kWh - eine Einsparung von fast 80 %.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Beleuchtung 2014 (125 Lampen):

Verbrauch: ca. 67.000 kWh

Stromkosten: ca. 14.500 Euro

CO2-Ausstoß: ca. 33,5 Tonnen (bei 500g/kWh)

 

• Beleuchtung 2016 (125 Lampen):

Verbrauch: ca. 14.000 kWh

Stromkosten: ca. 3.300 Euro

CO2-Ausstoß: ca. 7 Tonnen (bei 500g/kWh)

 

• Einsparung 2014 zu 2016:

Verbrauch: ca. 53.000 kWh

Stromkosten: ca. 11.200 Euro

CO2-Ausstoß: ca. 26,5 Tonnen (bei 500g/kWh)

 

• Kosten der Umstellung: ca. 20.180 Euro

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Eine LED benötigt nur ein Fünftel der Energie einer herkömmlichen „Glühbirne“

 

• LEDs haben eine weitaus längere Lebensdauer als andere Leuchtmittel

 

• LED-Leuchten besitzen eine hohe Energieeffizienz und sind temperaturfest

 

• LEDs sind – wie alle gängigen Leuchten – Einwegprodukte, sodass aus ökologischer Sicht auf eine lange Lebensdauer und eine richtige Entsorgung geachtet werden sollte.

 

ADRESSE

 

LED-STRASSENBELEUCHTUNG

Dorfstraße

49828 Lage

11. Nahwärmenetz in Lohne

Nahwärmenetz Lohne
Nahwärmenetz Lohne

 

SCHUL- UND SPORTZENTRUM LOHNE

 

Das Schul- und Sportzentrum Lohne wird seit dem Jahr 2010 klimafreundlich von einem am Schulzentrum errichteten Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme und Heizwasser versorgt.

 

Das für den Betrieb des BHKW benötigte Gas stammt von einer Biogasanlage auf dem Gelände der alten Lohner Kläranlage und wird über eine 4,5 Kilometer lange Transportleitung zugeführt.

 

Während der im BHKW erzeugte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, wird die anfallende Wärme über ein ca. 1350 Meter langes Nahwärmenetz und insgesamt sechs Wärmeübergabestationen in fünf öffentliche Gebäude verteilt (Schulzentrum Lohne, Sporthalle Parkstraße, Grundschule Lohne, Sporthalle Jahnstraße und die Mehrzweckhalle). Zur Erhöhung des Wirkungsgrades und zur Abdeckung von Bedarfsspitzen verfügt das Wärmenetz zusätzlich über einen Pufferspeicher von 50 m³.

 

Die Investitionen für die Biogasanlage, die Biogastransportleitung und das BHKW hat eine private Betreibergesellschaft getragen. Die Gemeinde Wietmarschen ist für die Kosten in Höhe von 355.000 Euro für das Wärmeleitungsnetz, den Pufferspeicher und die Umstellung der Heizungsanlagen aufgekommen, wobei das Projekt mit insgesamt 65.000 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), dem Programm Nr. 271 (Erneuerbare Energien), dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und der Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz unterstützt wurde.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Gesamtlänge des Wärmenetzes: ca. 1.350 m

 

• Rohrleitungsart: flexibles, vorgedämmtes, selbstkompensierendes Kunststoff-Rohrleitungssystem für die Erdverlegung zum Transport von Heizwasser

• Volumen Pufferspeicher: 50 m³

 

• 6 Wärmeübergabestationen, davon:

1 x Schulzentrum Lohne, 1 x Sporthalle Parkstraße,

2 x Grundschule Lohne, 1 x Sporthalle Jahnstraße

und 1 x Mehrzweckhalle Lohne

 

• Bau- und Investitionskosten: rund 355.000 € für den Pufferspeicher, das Wärmeleitungsnetz und Anpassungen in den Heizungsanlagen

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Einsparung von rd. 40 % der Heizenergiekosten für die an das Nahwärmenetz angeschlossenen Gebäude

 

• Einsparung von ca. 729 t Kohlendioxid (CO2) pro Jahr

 

• Deckung von 85 - 90 % des Heizenergiebedarfes der Gebäude des Schul- und Sportzentrums

 

ADRESSE

 

NAHWÄRMENETZ

Hauptstraße 63

49835 Wietmarschen-Lohne

          

12. Photovoltaik auf Lärmschutzwänden

Photovoltaikanlagen auf Lärmschutzwänden
Photovoltaikanlagen auf Lärmschutzwänden

 

AN DER BUNDESSTRAßE 213

 

Um die Anwohner in den Siedlungen entlang der B 213 vor dem Verkehrslärm von durchschnittlich 17.000 Fahrzeugen täglich zu schützen, initiierte die Gemeinde Wietmarschen im Jahr 2010 den Bau von zwei Lärmschutzwänden mit aufgesetzten Photovoltaikanlagen auf jeweils mehreren hundert Metern Länge. Diese sind in ihrer Bauart und Realisierung überregional einmalig und vereinen die Verminderung vorhandener Umweltbeeinträchtigungen (Lärm) und die Erzeugung regenerativer Energien auf innovative Art und Weise zu einem technischen und wirtschaftlichen Gesamtkonzept.

 

Lärmschutzwände bewirken, dass der auf sie treffende Schall absorbiert oder reflektiert wird. Dadurch tritt hinter der Wand nur noch jener Schall auf, der sich über die Oberkante des Hindernisses ausbreitet. Im Bereich, in dem das Hindernis die Sichtlinie zur Lärmquelle unterbricht, wird die Schallausbreitung zudem zu einem Umweg gezwungen, was zu einer weiteren Schallreduktion führt.

 

Die Finanzierung des Projektes erfolgte über Eigenanteile der Anlieger und der Gemeinde sowie über ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Schuldendienst und laufende Kosten werden über die EEG-Einspeisevergütung finanziert.

 

Für das Gesamtkonzept, erneuerbare Energien mit ökologischem Lärmschutz zu verbinden, wurde die Gemeinde Wietmarschen im Rahmen.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Nennleistung der Anlagen: 103,71 kWp und 170,28 kWp (kWp = Spitzenleistung der Anlage in Kilowatt)

 

• Anlage 1 (Wilhelmstr./Poststr.): 546 Solarmodule

  Anlage 2 (Rükel): 732 Solarmodule

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Erzeugung von jährlich circa 230.000 kWh Strom (insgesamt in beiden Photovoltaikanlagen):

 

              Anlage 1 ( Wilhelmstr./Poststr.): ca. 90.000 kWh

              Anlage 2 (Rükel): ca. 138.000 kWh

 

• Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes um jährlich rund 140 Tonnen

 

ADRESSE

 

PHOTOVOLTAIKANLAGEN AUF LÄRMSCHUTZWÄNDEN

Nordhorner Straße

49835 Wietmarschen-Lohne

13. PV-Gebäudeummantelung

Gebäudeummantelung Wietmarschen-Lohne
Gebäudeummantelung Wietmarschen-Lohne


GEBÄUDE-KOMPLETTUMMANTELUNG MIT PHOTOVOLTAIKANLAGEN

 

Der Neubau der Firmen Haneklaus Isoliertechnik und der German Detailers GmbH ist im Oktober 2017 fertiggestellt worden. Ein optisches und energetisches Highlight ist die in Deutschland einmalige, zu allen Himmelsrichtungen ausgerichtete Photovoltaik- Fassade. Das Grundgerüst dieses modernen Geschäftsgebäudes ist in Holzrahmenbauweise entstanden und bietet somit maximale Möglichkeiten im Bereich Dämmung mit recycelten Stoffen. Der insgesamt 35 cm dicke Holzrahmen ist mit 30 cm Zellulose im Wandbereich und 24 cm Zellulose im Deckenbereich gedämmt worden, sodass eine Gesamtmenge von 12 Tonnen Recyclingmaterial für den Wärmeschutz verwandt wurde. Zellulose bietet hier durch das hohe Raumgewicht einen optimalen sommerlichen Wärmeschutz und verhindert das Eindringen der Kälte im Winter. Zusätzlich sind zur energetischen Optimierung 3-fach verglaste Fenster und Türen verwandt worden, die komplett an die Photovoltaik-Fassade angepasst wurden.

 

Insgesamt besteht die Fassade aus 422 Dünnschichtmodulen, die das gesamte Gebäude auch an bedeckten Tagen mit Strom versorgen. Die schwarzen Glasmodule sind an einer eigens konstruierten Kreuzverstrebung befestigt worden und über mehrere Gruppen an die im Gebäude befindlichen Wechselrichter angeschlossen. Im Jahr 2018 hat die gesamte Anlage nur über die Fassade 20 Megawattstunden Strom erzeugt. Mit diesem wird im Gebäude auch die Heizung betrieben. Ein ausgeklügeltes System aus moderner Lüftungsanlage und Infrarotheizkörper an den Decken macht dies möglich.

 

Zusätzlich hilft eine Haussteuerung und Automatisierung dabei den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dass Komfort verloren geht.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Holzrahmen Bauweise mit 30 cm Kerndämmung aus Zellulosefaser

 

• 422 Dünnschicht-Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung von 35,87 kWp

 

• 3 Wechselrichter für den Eigenverbrauch und Einspeisung des erzeugten Stroms

 

• 3-fach verglaste Fenster

 

• 40 cm Dämmung in der Zwischendecke und 24 cm Dämmung in der Holzbalkenlage

 

• kontrollierte Wohnraum Be- und Entlüftungsanlage mit Klimagerät und Heizregister

 

• Infrarotheizungspaneele an den Decken

 

• Büro-, Schulungs- und Verkaufsräume im EG, Betriebsleiterwohnung mit Innenhof im OG

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Reduzierung des Energieverbrauchs durch eine optimierte Dämmung, den Einbau einer modernen Haussteuerung mit intelligenter Lichtsteuerung und einer effizienten Lüftungsanlage.

 

• Produktion von jährlich ca. 20 MWh Strom über die Photovoltaik-Fassade.


ADRESSE

 

INNOVATIVE GEBÄUDEUMMANTELUNG

Meitnerstr. 15

49835 Wietmarschen-Lohne

14. Klimafreundliches Schulzentrum

Schulzentrum Nordhorn
Schulzentrum Nordhorn

 

ENERGETISCHE SANIERUNG DES SCHUL- UND SPORTZENTRUM DEEGFELD

 

Das Schulzentrum Deegfeld mit seiner Haupt- und Realschule wurde in den Jahren 2010 bis 2012 umfassend energetisch saniert.

 

Mit der Sanierung konnte der Energiebedarf der Ganztagsschule, die im Jahr 1973 erbaut wurde und vor der Sanierung eine schlecht gedämmte Gebäudehülle und eine veraltete Gebäudetechnik aufwies, erheblich reduziert werden. Parallel zur Energiekostenreduzierung wurde der CO2-Ausstoß des Schulzentrums deutlich reduziert und das Raumklima verbessert.

 

Nach erfolgter Sanierung der Schulgebäude wurde ab dem Jahr 2016 das im Jahr 1974 gebaute benachbarte Sportzentrum Deegfeld mit seinem Lehrschwimmbad, der 1-Feld-Turnhalle, der 3-Feld-Sporthalle und der Schießsportanlage ebenfalls energetisch saniert.

 

Sowohl bei der Sanierung der Schulgebäude als auch des Sportzentrums wurden unter anderem die Außenfassaden neu gedämmt, die Fensterflächen erneuert, eine moderne Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung verbaut und die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Zusätzlich wurden im Schulzentrum drei alte Gaskessel durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ersetzt, das klimafreundlich mit Biogas aus einer benachbarten Biogasanlage betrieben wird.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

2010-2012: Energet. Sanierung Schulzentrum (Bauj. 1974):

 

• Dachflächensanierung: Zusätzlich 20 cm EPS-Wärmedämmung auf bestehendem 10 cm-Dachaufbau (ca. 7.200 m²)

 

• Installation von 644 Fotovoltaik-Modulen mit einer Leistung von 92.000 kWh/Jahr auf 3.100m² Dachfläche. Das entspricht einer Stromversorgung von ca. 18 EFH/Jahr

 

• Fassadensanierung: Neue Kupferfassade mit 20 cm-Dämmung und neue Alu-Fenster (ca. 6.100 m²)

 

• Lüftung: Erneuerung von Lüftungsgeräten, Dämmung von Lüftungskanälen und Einbau einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung

 

• Heizung: Ersatz alter Gasheizkessel durch ein BHKW (auch zur Beheizung des Lehrschwimmbades), Erneuerung der Heizungsregelung und Nachisolation von Rohrleitungen

 

• Beleuchtung: Einbau neuer Leuchten mit Präsenzmeldern und tageslichtabhängiger Steuerung

 

2017: Energet. Sanierung Sportzentrum (Baujahr 1974):

 

• Flachdachsanierung mit mindestens 20 cm EPS-Dämmung auf dem bestehenden Dachaufbau von ca. 8cm (ca. 3.150 m²)

 

• Fassadensanierung (2.000m²): Neue Trespa-Vorhangfassade, im Eingangsbereich Kupferfassade mit 14 cm Kerndämmung und neuen Alu-Fenstern

 

• Einbau neuer Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung zur Beheizung des gesamten Sportzentrums mit 3-fach Sporthalle, 2-fach Turnhalle und Lehrschwimmbad

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

Hinweis: genannte Zahlen gelten nur für das sanierte Schulgebäude. Weitere Ersparnisse nach Sanierung des Sportzentrums noch unbekannt.

 

• Wärmeersparnis durch die energetische Sanierung: ca. 400.000 kWh/Jahr

 

• Zusätzliche CO2-Einsparung durch den Einsatz des BHKW als Alternative zu den erdgasbetriebenen Kesseln

 

• Gesamte Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Bereich Wärmeerzeugung und Außenhüllensanierung: ca. 827 Tonnen/Jahr

 

• Stromverbrauch-Einsparung: 45.000 kWh/Jahr (=55 Tonnen CO2-Ausstoß-Minimierung im Jahr)

  (diese Einsparung an Strom entspricht dem Jahresstromverbrauch von ca. 9 EFH)

 

• Somit insgesamt eine Ersparnis von ca. 445.000 kWh/Jahr und eine CO2-Ausstoßminimierung von insgesamt 882 Tonnen/Jahr

 

ADRESSE

 

KLIMAFREUNDLICHES SCHULZENTRUM

Deegfelder Weg 90

48531 Nordhorn

15. Energetische Turnhallensanierung

Turnhallensanierung Nordhorn
Turnhallensanierung Nordhorn

 

Im Jahr 2015 hat das Hochbauamt zusammen mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt Nordhorn die Turnhalle der Grundschule Blumensiedlung aus dem Jahr 1962 als eines der sanierungsbedürftigsten Gebäude in städtischer Hand ausgewiesen, da sie erhebliche energetische Mängel aufwies.

 

Dazu gehörten erhebliche Wärmebrücken, alte, zum großen Teil einfachverglaste Fenster, eine lückenhafte Dachdämmung und eine veraltete Heizungsanlage aus den Jahren 1981/85. Neben dem energetischen Nachholbedarf bestand aber auch vonseiten der Nutzer Sanierungsbedarf: Umkleiden und sanitäre Anlagen sowie die Entwässerung des Gebäudes und der Tribünenbereich mussten saniert werden. Dadurch ergab sich die Notwendigkeit für eine Komplettsanierung der Anlage, wodurch ein Modellprojekt für den Klimaschutz entstand, der Schul- und Vereinssport in der Halle gefördert und die Energiekosten der Stadt Nordhorn nachhaltig gesenkt wurden.

 

Die Sanierung der Turnhalle in den Jahren 2017 und 2018 teilte sich somit in einen energetischen und einen nicht-energetischen Teil. Aus energetischer Sicht galt es gravierende Mängel im nahezu unsanierten Gebäudezustand zu beheben. Dazu gehörten die Dämmung der Außenwände, die Dämmung des Daches, die Dämmung der Sohle in Teilbereichen, die Erneuerung der Fenster auf Wärmeschutzverglasung, die Umstellung von Heizkörpern in der Turnhalle auf eine ballwurfsichere Systemheizdecke, die Erneuerung der Heiztechnik mit Umstellung des Energieträgers (Holzpellets) und zeitgleicher Änderung der Warmwasserbereitung, sowie die Umstellung der Leuchtmittel auf LED-Technik.

 

Neben den für den Klimaschutz relevanten energetischen Maßnahmen der Turnhallensanierung wurden gleichzeitig nicht-energetische Maßnahmen durchgeführt. Diese beinhalteten hauptsächlich die Kernsanierung der Umkleiden- und Sanitärbereiche inklusive der Entwässerung der Anlage. Im Zuge der Sanierung des Sanitärbereichs wurde dort auch eine Dämmung der vorhandenen Sohlplatte vorgenommen. In der Turnhalle wurde der abgängige Sportboden komplett erneuert und an den Hallenwänden wurde ein Prallwandschutz eingerichtet. Die Geländer und Sitzbänke der Tribüne wurden ebenfalls komplett neu aufgearbeitet.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Kosten der Sanierung: 1,1 Mio. Euro

 

• Förderung über die Klimaschutzinitiative der Bundesregierung als „ausgewählte Klimaschutzmaßnahme“ mit 200.000 Euro

 

• Zusätzlicher Zuschuss für die Umstellung der Hallenbeleuchtung auf LED-Technik in Höhe von 25.000 Euro

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die energetische Sanierung von über 70 % - dies entspricht in etwa 100 Tonnen pro Jahr

 

• Reduzierung des Primärenergieverbrauchs von 441 kWh/m²a auf 48 kWh/m²a - im Vergleich dazu liegt ein Neubau-Referenzgebäude bei ca. 124 kWh/m²a

 

ADRESSE

 

ENERGETISCHE TURNHALLENSANIERUNG

Schlieperstraße 14

48527 Nordhorn

16. Gemeinschaftsgarten Nordhorn

Gemeinschaftsgarten Nordhorn
Gemeinschaftsgarten Nordhorn

 

GEMEINSAMES GÄRTNERN IN NORDHORN

 

Der erste Gemeinschaftsgarten der Grafschaft soll die Nordhorner enger zusammenbringen – mit im Beet sind auch einige Flüchtlinge.

 

Bis zu 50 kleine Gärten sollen hier entstehen. Jeder, der Lust aufs Gärtnern hat, darf Kräuter, Gemüse und Obst anpflanzen. Als „Urban Gardening“ sind solche Gemeinschaftsgärten in Großstädten schon sehr beliebt.

 

Erste Ideen für einen solchen Gemeinschaftsgarten in Nordhorn gab es schon seit ein paar Jahren. Konkretisiert wurde das Projekt im Jahr 2016 durch eine neue Initiative des Klimaschutzmanagements der Stadt Nordhorn. Im Mai 2017 wurde dann schließlich eine Vereinbarung mit der Steuerungsgruppe über die formale Trägerschaft durch die Nordhorner Tafel e. V. getroffen. Seitdem werden mehr und mehr Gärten von Bürgern ökologisch bewirtschaftet. So wird z. B. auf künstlichen Dünger und giftige Pflanzenschutzmittel generell verzichtet.

 

Das Grundstück des Gartens gehört der Stadt und ist ca  1700 m2 groß, die Parzellengröße für die Mitglieder beträgt bis zu 40 m2. Eine zusätzliche Gemeinschaftsfläche mit Blumenbeeten ist in der Planung. Ein Geräteschuppen und ein Wasseranschluss sind schon umgesetzt.

 

Die Ziele:

 

• Eine Gartenfläche mitten in der Stadt anlegen

• Durch das Gärtnern Gemeinschaft erfahren und Begegnung ermöglichen

• Biologisch und nachhaltig pflanzen, säen, pflegen und ernten

• Platz für Blumen, Stauden, Gemüse, Obst, Kräuter

• Einen Wohlfühlort für Menschen und Bienen schaffen

• Menschen direkten Kontakt mit der Natur ermöglichen

• Gelegenheit zum Experimentieren und Lernen

 

Gartenfreu(n)de
GartenFreu(n)de

 

DATEN & FAKTEN

 

• Fläche für bis zu 50 Gärten mit einer Größe von maximal 40 m2

 

• Erste Gärten wurden im Sommer 2017 angelegt

 

• Das Grundstück gehört der Stadt und ist ca 1700 m2 groß

 

• Im Mai 2017 Vereinbarung mit der Steuerungsgruppe über die formalen Trägerschaft durch die Nordhorner Tafel e. V.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

Die Beeinflussung der Klimabilanz über das eigene Essverhalten. Vermiedenes CO2 in kg pro Kopf und Jahr:

 

• Bevorzugt regionale Ware, Verzicht auf Flugimporte - 1%

• Bevorzugt regionale Ware, Verzicht auf Gewächshausware - 5%

• Ernährung mit 100% Bioprodukten - 6%

• Verringerung des Fleischkonsums um 20 % - 6%

• Vegetarische Ernährung, Verzicht auf Fleischprodukte - 26%

• Vegane Ernährung, Verzicht auf Fleisch- u. Milchprodukte - 30%

 

Beispiel Tomaten:

 

Konventioneller Anbau im Treibhaus 9.300 CO2 in g/kg

Freilandtomaten aus Spanien: 600 CO2 in g/kg

konventioneller Anbau (saisonal, regional) 85 CO2 in g/kg

Öko-Anbau (saisonal, regional) 35 CO2 in g/kg

 

ADRESSE

 

GEMEINSCHAFTSGARTEN

Heideweg

48529 Nordhorn

17. Kreuzungsfreie Komfortradwege

Radwege Nordhorn
Radwege Nordhorn

 

UMWELTFREUNDLICHE VERKEHRSFÜHRUNG IN DER FAHRRADSTADT NORDHORN

 

Die Radwege entlang des Nordhorn-Almelo-Kanals und des Verbindungskanals sind die Hauptfahrradstrecken in Nordhorn. Sie bieten mit komfortablen Breiten und den vielen Unterführungen eine Schnellverbindung durch das ganze Stadtgebiet. So verknüpfen sie die südlichen Wohngebiete sowie die Niederlande mit dem Zentrum. Lediglich an den Kreuzungen mit den Straßen „Heseper Weg“ und „Frensdorferhaar“ hat der Radverkehr Kontakt zum motorisierten Verkehr, da an diesen Stellen keine Unterführungen vorhanden sind.

 

Die Stadt Nordhorn hat diese beiden Kreuzungspunkte im Frühjahr 2018 radverkehrsfreundlich umgestaltet. Das Vorfahrtsrecht liegt nun beim Radverkehr, der motorisierte Verkehr muss warten. Bauliche Maßnahmen und eine geänderte Beschilderung machen die neue Vorfahrtsregelung deutlich. Die Anhebung der Fahrbahn und die Einengung für den motorisierten Verkehr erhöhen die Sicherheit für den Radverkehr.

 

Entstanden sind rund sieben Kilometer durchgehende Vorfahrt durch das Nordhorner Stadtgebiet. Das macht das Radfahren in Nordhorn noch schneller und attraktiver für die gesamte Bevölkerung – jeden Tag.

 

Die Maßnahme wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

 

CO2 neutral
CO2 neutral

 

DATEN & FAKTEN

 

• In Deutschland treten täglich rund elf Millionen Menschen

kräftig in die Pedale. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen

oder um sich einfach nur fit zu halten.

• Die Zahl der Fahrräder in Deutschland steigt kontinuierlich:

2016 73 Millionen

2007 69 Millionen

• Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege:

Stadt Nordhorn: 40 % (2017)

Landkreis Grafschaft Bentheim: 31 % (2017)

Bundesrepublik Deutschland: 13 % (2014)

• Zwischen 2005 und 2017 nahm der Anteil des Radverkehrs in

Nordhorn von 34 % auf 40 % deutlich zu.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Der Radverkehr hat viele positive Effekte auf die Umwelt,

das Klima, die Lebensqualität sowie die Gesundheit der

Menschen. Dadurch leistet er Beiträge zu vielen verkehrspolitischen

und gesellschaftlichen Herausforderungen – heute

und in Zukunft!

• Der motorisierte Verkehr ist für rund ein Fünftel der

Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich.

• Mit jedem mit dem Rad zurückgelegten Kilometer wird

durchschnittlich die Freisetzung von über 100 Gramm

Kohlendioxid (CO2) vermieden.

 

ADRESSE

 

KREUZUNGSFREIE KOMFORTRADWEGE

Entlang des Nordhorn-Almelo-Kanals

und des Verbindungskanals in Nordhorn

18. Bürgerwindparks

Bürgerwindpark
Bürgerwindpark

 

AUSBAU ERNEUERBARER ENERGIEN UNTER EINBINDUNG DER LOKALEN BEVÖLKERUNG

 

Bürgerwindparks zeigen, dass vor Ort Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden kann und so eine klimafreundliche Alternative zu konventioneller Stromerzeugung besteht. Eine wichtige Komponente bei der Projektentwicklung ist die regionale Wertschöpfung und der Ausbau der regenerativen/erneuerbaren Energien in Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern (Bürgerbeteiligungsmodelle als aktiver Beitrag zur Energiewende). Das Ziel von Bürgerwindparks ist die Förderung der erneuerbaren Energien zur Reduktion der CO2-Belastung unter Berücksichtigung der kommunalen und öffentlichen Interessen.

 

In Bad Bentheim sind in den Jahren 2015 und 2017 zwei Bürgerwindparks entstanden.

 

Der Bürgerwindpark Achterberg/Westenberg mit seinen drei Windkraftanlagen ist als erster Bürgerwindpark im Jahre 2015 errichtet worden. Der Windpark bot erstmalig die direkte Beteiligungsmöglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger, die sich mit 5.000 bis 50.000 Euro an den Investitionskosten und somit den Kapitalerträgen der Windkraftanlagen beteiligen konnten.

 

Der Bürgerwindpark Waldseite entstand 2017 als Erweiterung des dortigen Windparks mit vier neuen Anlagen. An diesem Windpark konnten sich die Bürgerinnen und Bürger aus Bad Bentheim und Umgebung mit 1.000 bis 10.000 Euro beteiligen.

 

Beide Windparks tragen zusammen mit den vorhandenen Photovoltaik- und BHKW-Anlagen dazu bei, dass die Stadt Bad Bentheim seit dem 01.07.2017 bilanziell energieautark ist. In Bad Bentheim wird folglich mehr Strom mit erneuerbaren Energien produziert als im gesamten Gemeindegebiet verbraucht wird.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

Bürgerwindpark Achterberg/Westenberg:

• Fläche des Bürgerwindparks: 21,6 ha

• 3 Enercon E-115 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von je rund 3 MW und 25 bis 30 Mio. kWh Stromerzeugung pro Jahr

• Höhe der Anlagen: 193 m Gesamthöhe (115 m Rotordurchmesser)

 

Bürgerwindpark Waldseite:

• 4 Windkraftanlagen des Herstellers Vestas: drei V126 und eine V112

• Gesamtleistung des Bürgerwindparks rund 13 MW

• 3 Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 149 m und einer Gesamthöhe von rund 210 m, 1 Windkraftanlage mit einer Nabenhöhe von 94 m und einer Gesamthöhe von rund 150 m

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

Bürgerwindpark Achterberg/Westenberg:

• CO2-Einsparung: ca. 18.000 Tonnen pro Jahr

• 5.004 Haushalte können rechnerisch mit diesem Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden

 

Bürgerwindpark Waldseite:

• CO2-Einsparung: ca. 23.000 Tonnen pro Jahr

• 8.000 Haushalte können rechnerisch mit diesem Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden

 

ADRESSE

 

BÜRGERWINDPARK WALDSEITE:

Am Görfeld

 48455 Bad Bentheim-Gildehaus

 

BÜRGERWINDPARK ACHTERBERG/WESTENBERG:

Achterberger Str.

48455 Bad Bentheim-Gildehaus

19. Bentheimer Wald

Bentheimer Wald
Bentheimer Wald

 

KLIMASCHUTZ UND KLIMAANPASSUNG IM FÜRSTLICHEN WALD

 

Der Bentheimer Wald mit einer Größe von ca. 1.600 ha ist einer der drei größten naturnahen Wälder im westlichen Niedersachsen. Er umfasst überwiegend naturnahe Eichen-Hainbuchenwälder auf staufeuchten Standorten, stellenweise mit Übergängen zu Buchen-Eichenwäldern mit Stechpalme. Durch das Gebiet verlaufen vereinzelt kleine Bachläufe z. T. mit begleitenden Erlen- Eschenwäldern. Von kulturhistorischer Bedeutung sind die noch relativ großflächigen Relikte der Hute- und Schneitelwaldnutzung mit breitkronigen Eichen und alten Kopf-Hainbuchen, die in dieser Form für Niedersachsen einmalig sind.

 

Seit 2012 betreut der Tierpark Nordhorn als regionales Artenund Naturschutzzentrum in der Obergrafschaft den „Hute- und Schneitelwald“(Hute = Hüten; Schneiteln = schneiden). Auf 26 ha wurde die alte Kulturform der Waldweide wieder erlebbar gemacht und damit dieser überaus wertvolle Reliktwald vor seinem natürlichen Untergang bewahrt. Die frühere Nutzungsform der Waldweide wird durch die Tiere des Nordhorner Tierparks wieder neu betrieben. Gallowayrinder, Niederländische Landziegen und Bentheimer Schafe verrichten wie in den vergangenen Jahrhunderten die Arbeit vor Ort und schaffen einen einzigartigen Naturund Kulturraum.

 

Der Bentheimer Wald ist einer der wahrscheinlich ältesten Waldböden Deutschlands. Seit jeher nutzt der Mensch den Wald zur Ernährung seiner Tiere. Belegt seit dem 14.  ahrhundert fand diese Nutzung auch im Bentheimer Wald statt, bis sie durch die moderne Landwirtschaft abgelöst und vor 125 Jahren eingestellt wurde.

 

Die aktive Nutzung dieser Art der Waldwirtschaft ist heutzutage einmalig. Der Hutewald lässt sich auf zwei Wanderwegen erkunden.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Wälder bedecken schätzungsweise 30% der Landmasse auf der Erde. Vor Beginn der Industrialisierung betrug dieser Anteil noch zwischen 55% und 60%.

 

• 1885 wurden nachweislich 900 Kühe und 1200 Schafe in den Bentheimer Wald getrieben, die sich hier über 8 Monate ernährten sowie im 16. Jahrhundert über 3500 Schweine (zur Eichelmast).

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Wälder haben für das Leben auf der Erde eine absolut unverzichtbare Rolle. Sie sind am Wasserkreislauf beteiligt, wichtigster Sauerstoffproduzent und nicht zuletzt Lebensraum für eine unschätzbare Zahl von Tierarten.

 

• Deutschlands Wälder binden 222 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr.

 

• In unseren Wäldern sind derzeit rund 2,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoff festgelegt. Das entspricht in etwa 9,5 Milliarden Tonnen CO2. Oder genauer: Ein Hektar Wald speichert pro Jahr über alle Altersklassen hinweg ca. 13 Tonnen CO2.

 

• Fichte 35 m | 100 Jahre | 2,6 Tonnen CO2 Bindung

  Buche 35 m | 100 Jahre | 3,5 Tonnen CO2 Bindung

  Eiche | 100 Jahre | 5 Tonnen CO2 Bindung

 

ADRESSE

 

DER BENTHEIMER WALD

Am Bade

48455 Bad Bentheim

20. LED-Beleuchtung an der Burg Bentheim

LED-Beleuchtung Burg Bentheim
LED-Beleuchtung Burg Bentheim

 

Seit Ende 2018 erfolgt die Illumination der Burg Bentheim mit energiesparender LED-Beleuchtung. Durch die neue Illuminierung ist das Wahrzeichen der Stadt Bad Bentheim auch in den Abendstunden von weitem sichtbar, die Illumination setzt das historische Gebäude dezent und stadtbildfördernd in Szene und lädt zu einem abendlichen Rundgang um die Burganlage ein. Die Strahler aus den 70er Jahren waren veraltet und wartungsanfällig. Nunmehr gibt es 18 LED-Strahler an 15 Beleuchtungspunkten, die zuvor mit der Denkmalpflege und dem fürstlichen Hause als Eigentümer der Burg Bentheim abgestimmt wurden.

 

Zum Einsatz kommen LED-Strahler mit warmweißem Licht, welche standortabhängig eine eng- oder breitstrahlende Lichtstärkenverteilung besitzen. Die Beleuchtungsstandorte befinden sich an den Nord-, Süd-, Ost- und Westmauern, am unteren Burgtor sowie am Pulverturm. Der „Runde Turm“ (Batterieturm) blieb aufgrund der vorhanden Wohnnutzung bewusst ausgespart.

 

Die LED-Lampen gelten als neue Standard-Technik, wenn es um Beleuchtung geht, denn sie sind energiesparender und produzieren dennoch ausreichend Licht.

 

Ein wesentlicher Unterschied zu einer Glühlampe besteht also darin, dass die LED (Light Emitting Diode) das Licht nicht erst bei Wärme erzeugt, sondern den Strom direkt in Licht umwandelt. Zudem hat die LED eine sehr lange Lebensdauer. Sie kann bis zu 40.000 Stunden und mehr leuchten. Mittlerweile gibt es die LED-Lampen auch in verschiedenen Farbkombinationen.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Eingebaut wurden LED-Kompakt-Strahler für die Akzentbeleuchtung (standortabhängig variierend))

 

• Insgesamt wurden 18 Strahler an 15 Standorten installiert/ ausgetauscht

 

• Lichtfarbe:                    Warmweiß (Farbtemperatur: 3.000 Kelvin

  Lichtstärkeverteilung:     breit und eng strahlend

  Anschlussleistung:          41 - 43 W

 

• Förderung des Projektes durch die LEADER-Region sowie den Landkreis Grafschaft Bentheim

 

• Gesamtkosten: rund 36.500 € brutto (50 % Förderung durch LEADER, 25 % Förderung durch den Landkreis)

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Eine LED benötigt nur ein Fünftel der Energie einer herkömmlichen „Glühbirne“.

 

• LEDs haben eine weitaus längere Lebensdauer als andere Leuchtmittel.

 

• LED-Leuchten besitzen eine hohe Energieeffizienz und sind temperaturfest.

 

• LEDs sind – wie alle gängigen Leuchten – Einwegprodukte, sodass aus ökologischer Sicht auf eine lange Lebensdauer und eine richtige Entsorgung geachtet werden sollte.

 

ADRESSE

 

LED-BELEUCHTUNG AN DER BURG BENTHEIM

Schloßstraße

48455 Bad Bentheim

21. Energetische Altbausanierung

Altbausanierung Bad Bentheim
Altbausanierung Bad Bentheim

 

SANIERUNG UND WIEDERNUTZUNG ALTER WOHNGEBÄUDE

 

Die Stadt Bad Bentheim setzt sich für die nachhaltige Erhaltung, Nutzung und Verbesserung der Stadtquartiere ein. Aus diesem Grund wurde auch das Förderprogramm „Kauft Alt“ ins Leben gerufen. Es soll unter anderem Leerstände von Altbauten und den Flächenverbrauch verringern. Daneben soll das Programm gemischte Altersstrukturen in gewachsenen Quartieren fördern und vorbildliche Wohnkonzepte ermöglichen. Durch den Anstoß zur Umsetzung energetischer Maßnahmen wird ein Beitrag zur klimagerechten Stadt geleistet. Im Rahmen des Programms fördert die Stadt im Besonderen den Altbauerwerb in einzelnen Quartieren und die energetische Erneuerung der dortigen Gebäude.

 

Die energieeffiziente Sanierung und der Umbau der städtischen Immobilie in der Ochtruper Straße 40 hatte die Wiedernutzung des vormals leer stehenden Wohngebäudes und die Nutzung als städtisch integrierte und zentrale Flüchtlingsunterkunft (Wohnheim) zum Ziel.

 

Die energetische Sanierung des Gebäudes ist von Juni 2016 bis April 2017 im Rahmen einer „ausgewählten Maßnahme“ umgesetzt worden (Handlungsfeld „Stadt als Vorbild“). Dabei ist eine umfassende Ertüchtigung des Gebäudes und seiner Gebäudehülle mit einer Kombination von Dämm- und energetischen Maßnahmen vorgenommen worden. Mit diesen Maßnahmen wurde die Gebäudesubstanz dauerhaft verbessert und es konnte eine CO2-Einsparung von mehr als 80 % sowie eine deutliche Energieeinsparung gegenüber dem vorherigen Zustand erreicht werden.

 

Die verbesserte und energetisch ertüchtigte Gebäudesubstanz macht das Gebäude „fit“ für die Zukunft und für eine langfristige Nutzung. Das Gebäude hat Vorbildwirkung in Bezug auf die zu erreichende Energieeinsparung und die Klimaschutzeffekte.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Energieeffiziente Sanierung eines städtischen Gebäudes auf Passivhausstandard und zur Nutzung als Wohnheim

 

• Projektdurchführung: 06/2016 - 04/2017

 

• Folgende Bausteine der energet. Sanierung wurden umgesetzt:

Erneuerung der Fenster und der Außentüren, Wärmedämmverbundsystem für die Außenwand und Dämmung der Gebäudehülle, Aufdachdämmung (60 mm) / Zwischensparrendämmung (260 mm) am Gebäudedach, Dämmung im Fußbodenaufbau, Dämmung in den Geschossdecken, Brennwert-Anlage mit Solarthermie Modulen zur Heizungsunterstützung

 

• Die „Energetische Sanierung des städtischen Gebäudes der Ochtruper Straße 40“ wurde gefördert durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

 

• Der „Um- und Ausbau des städtischen Gebäudes der Ochtruper Straße 40“ wurde gefördert durch das Konjunkturprogramm II und die Bundesregierung.

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Langfristig geringerer Energieverbrauch: Energetische Sanierungs- und Dämmmaßnahmen ermöglichen ein CO2-Einsparpotenzial von über 80 %

 

• Langfristige Nutzungsmöglichkeit des Gebäudes

 

• Dämmung schafft optimales Wohnklima: Kühlung im Sommer, Wärme im Winter

 

• Modellcharakter für Sanierungen an privaten Wohnhäusern (Vorbildwirkung im Sinne des Programms „Kauft Alt“)


ADRESSE

 

ENERGETISCHE ALTBAUSANIERUNG

Ochtruper Straße 40

48455 Bad Bentheim

22. Klimafreundliche Kläranlage Schüttorf

Kläranlage Schüttorf
Kläranlage Schüttorf

 

WÄRMENUTZUNGSKONZEPT DER ZENTRALKLÄRANLAGE SCHÜTTORF

 

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Nur wenn unsere Bäche, Flüsse, Seen und das Grundwasser sauber sind, steht in unserem dicht besiedelten Lebensraum Wasser in brauchbarer Qualität und ausreichender Menge zur Verfügung.

 

Die Kläranlage Schüttorf des Trink- und Abwasserverbandes (TAV) reinigt das Abwasser aus dem Einzugsgebiet der Kommunen Bad Bentheim, Schüttorf und Salzbergen. Das ankommende Abwasser wird in den biologischen Reinigungsstufen mit Hilfe von in großen Mengen erzeugter Mikroorganismen gereinigt. Die in den biologischen Reinigungsstufen entstandenen Schlammflocken werden anschließend in der sogenannten Nachklärung zurückgehalten, abgesetzt und als Klärschlamm der Faulanlage zugeführt. Das gereinigte Abwasser fließt in die Vechte.

 

In der Faulanlage wird dieser Klärschlamm behandelt. Dabei entsteht unter anderem Klärgas und ein Schlammwassergemisch, welches stickstoffhaltiges Abwasser (Trüb-/Zentratwasser) bei der Entwässerung des Klärschlammes erzeugt.

 

Das Klärgas wird im nächsten Schritt einem Blockheizkraftwerk (BHKW) zugeführt und verbrannt. Dabei wird Strom und Wärme erzeugt. Der Strom wird in der Kläranlage direkt genutzt, sodass die Kläranlage weniger externen Strom (z. B. aus Kohlekraftwerken) beziehen muss.

 

Die nicht gänzlich benötigte Wärme, die sonst ungenutzt in die Atmosphäre entweicht, wird ab dem Jahr 2020 in einem speziellen Verfahren, der sogenannte „Stickstoffstrippung“, für die Trüb-/Zentratwasserbehandlung weiter verwendet. Die Umsetzung dieses innovativen Wärmenutzungskonzepts für die Abwärme des BHKW zur Verringerung der Stickstoff (NH4)-Fracht im Abwasser wird von der EU durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

 

Durch den Einsatz dieser modernen Technologie ist der TAV in der Lage, die Abwasserreinigung optimaler, wirtschaftlicher und durch die Verbesserung der CO2 - Bilanz umweltfreundlicher betreiben zu können.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

Zentralkläranlage Schüttorf:

 

• Reinigungsleistung: bis zu 70.000 Einwohnerwerte

• Maximale Leistung: 14.880 m3 Abwasser pro Tag und bis zu 3 Millionen m3 Abwasser pro Jahr

 

Wärmenutzungskonzept für die Abwärme des BHKW zur Verringerung der Stickstoff (NH4)-Fracht im Abwasser

 

• Gesamtinvestition: 2,5 Mio. Euro

• EU-Förderung: 900.000 Euro EFRE-Mittel

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Verringerung des externen Energiebezugs durch Erzeugung von Eigenenergie mit einem BHKW - dadurch Verbesserung der CO2 -Bilanz der Kläranlage

 

• Stickstoff-Frachtminderung durch Wärmenutzung des BHWK - dadurch Verbesserung der Reinigungsleistung der Kläranlage

 

• Reduzierung und Vermeidung von zusätzlich benötigten Betriebsmitteln (z.B. Methanol)

 

ADRESSE

 

KLIMAFREUNDLICHE KLÄRANLAGE

Am Rüthkamp 5

48465 Schüttorf

23. Warmwasseraufbereitung durch Sonnenenergie

Schwimmbad Schüttorf
Schwimmbad Schüttorf

 

WIE FUNKTIONIEREN SOLARABSORBER?

 

Solarabsorber, die speziell für den Einsatz in Schwimmbädern´entwickelt wurden, nutzen die Kraft der Sonne, um das Wasser im Schwimmbecken zu erwärmen. Unabhängig von anderen Heizsystemen sorgen sie für angenehme Temperaturen im Schwimmbecken.

 

Solarabsorber werden häufig mit den technisch aufwendigeren, glasbedeckten Kollektoren verwechselt. Während Solarkollektoren indirekt über einen zusätzlichen Wärmetauscher betrieben werden, der die Wärme aus der Solaranlage auf das Beckenwasser überträgt, werden Absorber direkt mit Schwimmbadwasser durchströmt:

Das Wasser wird durch die schwarzen Absorber gepumpt, die aus Kunststoffröhren oder Platten bestehen. Dort erwärmt sich das Wasser im Durchflussprinzip wie in einem Gartenschlauch, der in der Sonne liegt. Auf diese Weise erreicht das solar-beheizte Schwimmbad Temperaturen, die, je nach Auslegung der Absorbergröße, um 4 bis 10o C über dem eines unbeheizten Beckens liegen. Für einen optimalen Energiegewinn ist der Standort des Absorbers entscheidend. Ideal ist ein sonnenbeschienenes Dach in windgeschützter Lage und unmittelbarer Nähe des Pools. So lassen sich Leitungswege kurz und Wärmeverluste gering halten.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Einbau:                                           2008

 

• Finanzierung:                                  Gesamtkosten der Anlage: ca 30.000 Euro  

 

• Die Kosten der Anlage sind vom Freibad Förderverein e.V. übernommen worden.

 

• Gewicht der Absorber:                      leer: ca. 3 kg/m2 | gefüllt: ca. 10 kg/m2

 

• Durchfluss:                                      100 l/m2 h

 

• Lebensdauer:                                   > 25 Jahre

 

• Betriebsstunden:                              ca. 11.500 h (seit Einbau)

 

• Wärmeleistung:                                ca. 300 kWh/m2 (pro Freibadsaison)

 

 

KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Mit der Solarabsorber-Anlage wird eine Einsparung von rund 19.000 m3 Gas pro Jahr erzielt. Dies entspricht dem jährlichen Gasverbrauch von 10 Haushalten.

 

 

ADRESSE

 

WARMWASSERAUFBEREITUNG DURCH SONNENENERGIE

Graf-Egbert-Straße

48465 Schüttorf

 

Dank der finanziellen Unterstützung des Freibad Fördervereins e.V. konnte die Anlage realisiert werden.
Dank der finanziellen Unterstützung des Freibad Fördervereins e.V. konnte die Anlage realisiert werden.

24. Betriebliches Blockheizkraftwerk

Bockheizkraftwerk Schüttorf
Blockheizkraftwerk Schüttorf

 

Die Produktionsprozesse in der Kunststoff verarbeitenden Industrie sind produktbedingt sehr energieintensiv. Zur Herstellung von Kunststoffprodukten bedarf es einerseits hoher Temperaturen um die Kunststoffe aufzuschmelzen, andererseits müssen die fertigen Produkte wieder abgekühlt werden. In beiden Fällen wird viel Energie benötigt.

 

Um energieeffizienter produzieren zu können, hat die Schüttorfer Georg Utz GmbH rund 1,5 Millionen Euro in ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) nebst Absorptionskältemaschine investiert. Im Jahr 2014 wurde es in Betrieb genommen.

 

Eine Investition, die sich auszahlt, da das BHKW ein wahres Multitalent ist. So deckt der im BHKW produzierte Strom ca. 40 Prozent des Stromverbrauchs des Unternehmens. Gleichzeitig wird die Abwärme des Motors genutzt, um die Verwaltungs- und Produktionsgebäude zu heizen und über die angeschlossene Absorptionskältemaschine die Kälte für die innerbetrieblichen Kühlsysteme zu erzeugen. Dadurch kann der Einsatz zusätzlicher mit Strom betriebener Kältemaschinen im Werk entfallen. Weiterhin lässt sich die Wärmeleistung des BHKW auch für die Materialtrocknung nutzen.

 

Mit der Installation des BHKW und der Nutzung der Kraft-Wärme- Kopplung spart die Georg Utz GmbH Kosten, stärkt somit seine Wettbewerbsfähigkeit und handelt entsprechend des unternehmerischen Leitbilds nachhaltig.

 

Wirkungsweise
Wirkungsweise

 

DATEN & FAKTEN

 

• Der Gesamtwirkungsgrad der Anlage liegt bei 87,6 % (4.149 kW).

 

• Kältemaschine (Absorption) und Rückkühler: Der Verbrauch entspricht der Leistung von 22.000 Kühlschränken (Kühlschrank: 500 kWh/Jahr; Absorber: 10,8 Mio. kWh/Jahr).

 

• Kälte-/Wärmeversorgung: Stündlich fließt die Wassermenge von ca. 400 Badewannen zwischen dem BHKW und der Produktion.

 

• Gasdruckregel- und Messanlage: Der Gasverbrauch des BHKW entspricht dem Verbrauch von ca. 2.200 Haushalten (Haushalt: 1.600 m³/Jahr, BHKW: 16.000 m³/Jahr).

 

• BHKW Motor: Die Leistung des BHKW-Motors entspricht der Leistung von 18 PKW-Motoren.

 

• Generator: Die Stromerzeugung des BHKWs ist mit dem Verbrauch von 4.000 Haushalten zu vergleichen (Stromerzeugung BHKW: 16 Mio. kWh/Jahr, Stromverbrauch pro Haushalt: 4.000 kWh/Jahr).


KLIMASCHUTZEFFEKTE

 

• Mit dem Betrieb des BHKW spart die Georg Utz GmbH jährlich rund 3.200.000 kWh Strom und ca. 1.500 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ein.

 

• Auf die Stunde umgerechnet bedeutet dies eine Einsparung von 400 kW Strom bzw. 190 kg CO2.

 

• Um das jährlich eingesparte CO2 zu binden, wäre eine Waldfläche von ca. 30.000 m2 notwendig.

 

ADRESSE

 

BETRIEBLICHES BLOCKHEIZKRAFTWERK

Emslandstraße

48465 Schüttorf